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Eine kleine Kurzgeschichte für den Ethikunterricht zum Thema Querdenken.....

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Es ist hart Schüler zu sein. Jeden Tag der Woche zu erst den halben Tag in der Schule verplempern und dann den Rest mit irgendwas für die Schule verbringen. Das ist wirklich harte Arbeit. Man bekommt von niemandem Zeit geschenkt, also muss man sie sich selber nehmen.
Mort kommt oft total geschafft von der Schule heim. Er schmeißt den Rucksack in die Ecke, wirft sich in seinen gemütlichen Bürostuhl mit haltungsfördernden Eigenschafte, und schnauft erst einmal eine Runde vor sich hin. Starrt gedankenversunken die Wand an, erhebt sich dann aber doch und stiefelt in die Küche, um nach zu sehen was Muttern heute wieder leckeres für ihn vorbereitet und stehnlassen hat. „Hui, heute gibt’s Maultaschen“ spricht er mehr so halblaut in Richtung des Kühlschranks in dem die Maultaschen nur darauf wartenaus der Industrieverpackung gerissen, in einen Topf voller Krätuerbrühe geworfen und gekocht zuwerden. Mort versucht sich zu erinnern wann er das letzte Mal Maultaschen gegessen hat. Ein Hauch von schwarzem Samt umhüllt diesen Versuch und reißt ihn in die tiefe der Schwärze, so das Mort lange auf irgendeine Reaktion seines Gedächtnis warten kann....aber Mort gibt nicht auf und wartet.....allerdings nicht sehr lange...denn jetzt muss er sich erstmal um diese leckeren Dinger von Maultaschen kümmern. Innerlich sprudelt er nur so vor Freude das er endlich mal wieder so was verdammt Gutes essen kann, aber äusserlich ziert sein Gesicht die übliche Fasade: die Augenbrauen waagerechte Striche, die Augen emotionslos, und die Mundwinkel schräg in Richtung Erdboden.
Ein, durch Rückengymnastik heilwegs minimaler, Buckel charakterisiert seine Körperhaltung in der er die Verpackung auffetzt, den Topf mit Wasser füllt und generell durch sein Leben schlurft.
Es dauert nicht lange Maultaschen zu kochen, daran kann sich Mort noch erinnern, und das er heute noch etwas vorhatte. Er nennt es gern „Pause machen“, findet aber auch selber, das es sehr zynisch ist, es so zu nennen. Mit den Maultaschen auf einem kleinen Teller und einem Glas Pesto und einem Löffel geht er zurück in sein Zimmer. Er friemelt kurz mit dem Zeigefinger am powerknopf seines PC's, als er merkt das dieser bereits an ist. Morts Gesicht verformt sich kurz zeitig zu einer überraschten Miene, aber als er den Monitor anschaltet, hat das Alltags-Monotoniegesicht wieder den Platz in seinem Gesicht eingenommen. Warum der PC schon an war? Diese Frage hat Mort einfach in seinen Gedanken mit „werd ihn vermutlich vorhin angemacht ham, hauptsache jetzt isser an...“ abgetan. Er hat letztens ein paar neue Filme von nem Freund bekommen, hat sie sich gleich auf die Festplatte gezogen, denn Mort liebt es beim Essen Filme zu sehn, egal welche. Von sinnfreien Slapstick-Komödien, deren Niveau tiefer als das Kellergeschoß liegen, bis zu blutigen Splatterfilmen, in denen man vor Blutfontänen meist nichtmal mehr den Boden sieht.
Mort ist dann meistens so von dem Film gefesselt das er nicht mal merkt das er noch isst. Würde man ihnen filmen, würde dieses Filmmaterial schon nach einer Woche in den ganzen „Die dümmsten Dummen der dümmsten Dummen“ auf und nieder gespielt werden. Mort klebt gerade zu mit den Augen am Monitor, neben bei versucht er Dinge wie den Löffel in das Pestoglas zuführen, ein bisschen was raus zunehmen, es auf eine der Maultaschen glatt zu streichen und diese dann zum Mund zu führen, der anscheinend ständig offen steht. Sobald etwas Mort's Zunge berührt setzt, wie ein Reflex, die Kaubewegung der Kiefer ein und zermalmt alles was sich ihnen in den Weg stellt und das ist zum Glück meistens das Essen. Mort hört dann mit „Essen“, dass heißt dem Aufnehmen von Nahrung und Videomaterial, auf wenn seine Hand nichts mehr mit der gleichen Konsestenz wie das Essen des Tages, auf dem Teller erstasten kann. Dann sucht er sich meistens eine Stelle im Film an der er das nächste mal weiter sehn wird.
Mort schafft es tatsächlich, sich für einige Zeit von dem flimmernden Bilderkasten zulösen und den leeren Teller in der Küche auf die, mit Holzimmitat gepflasterte, Ablage neben der Edelstahlspüle abzustellen. Aber danach wird nich lang in der Weltgeschichte rum gestanden, nein das ganz bestimmt nicht. Mort hüpft zielstrebig zu seinem Lieblingsplatz zurück. Er lässt sch in den Stuhl plumpsen und dreht sich dynamisch zum Monitor und der Maus und Tastatur......und schon haftet der Blick auf der virtuellen Welt. Mort's Gedanken schweifen kurz durch sein erschwärztes Gehirn, sein Blick wandert mit, durchs Zimmer und bleibt auf dem Rucksack mit seinem gesammten Schulzeug hängen. Aber das war nicht was seine Augen suchten. Er merkt gar nicht das er den Ranzen anstarrt, sein Blick ist in seinem Kopf. Er überlegt nicht etwa wie er sich am besten den Nachmittag mit dem übervollen Hausaufgabenheft einteilt, sonder viel eher welches Spiel er jetzt zocken sollte. Auswahl penibel durch gegangen, Spiel ausgewählt, Spiel gestartet, zu Zocken angefangen. All das passiert ohne Zutun von Morts Bewusstsein, fast schon als Reflex.
Auch der Rest des Nachmittags verläuft ohne Morts geistige Kapazität auch nur an zu kratzen. Er durchrennt die Level des Spiels und die Stunden rennen an ihm vorbei. Erst das klacken des Schlüssels im Schloß der Wohnugnstür reißt ihn aus der Trance der Augen-Hand-Koordination. Er wirbelt auf seinem Drehstühl herum und blickt in ein Gesicht das ihm bekannt vorkommt....es wird ihm sofort klar....es ist das Gesicht das er heute bereits gesehn hatte, und das war gar nicht solange her....es ist das Gesicht des bösen Types aus dem Pc-Spiel. Als Mort das realisiert schreit er kurz auf, zwinkert mit den Augen und schaut erneut hin....das Gesicht ist weg. An dessen Stelle ist jetzt ein andres, wieder ein vertrautes. Es ist das seiner Mutter, die ihn völlig entgeistert anblickt, dann kurz auf den Monitor blickt und dann kopfschüttelnd aus dem Zimmer geht.
Mort hatte gar nicht gemerkt dass es draußen bereits dunkel geworden war und die Zeiger der Uhr fast schon eine Weltreise von 15 Uhr auf 20:30 Uhr absolviert hatten. Da springt ihm der Ranzen metaphorisch gesehn mitten ins Auge. Der Schock packt ihn an allen Vieren und beginnt Morts Herz in einen wilden Drum and Base Rhythmus zuversetzen. Er schnappt sich das Hausaufgabenheft, reißt es auf, wobei er ein paar Seiten unwillkürlich aus dem Gesamtwerk entfernt. Auf der passenden Wochenseite angekommen, sein Herz schlägt nur noch unregelmäßig, blickt er auf Morgen....Plötzlich säumt ein breites Grinsen sein Gesicht. Dieses Grinsen dreht sich darauf samt Mort wieder zum Monitor, wo das Spiel noch flimmert. Der Zeigefinger von Mort's linken Hand will gerade die Esc-Taste in die Tiefe drücken, als es in Mort's Ohren „Essen...!!!“ wiederhallt.
Mort verbrachte noch den restlichen Abend, bis 0:05 Uhr vor dem Computer mit zocken. Zu Morgen hatte er keine Hausaufgaben und er konnte morgen auch ausschlafen...es waren schließlich Ferien.
In diesen Ferien trieb Mort, so wie immer in den Ferien, seine Leidenschaft des Zockens bis zur Extase. Allerdings nicht gänzlich ohne Folgen. Er spielte 3 Spiel nebeneinander durch, leerte 9 Flaschen seiner Lieblingscola, und ass fast jeden zweiten Tag entweder Pizza, Dürüm oder Chickennuggets mit Kroketten zum Mittag. Mort nahm insgesamt 12 Kilo zu, und starb 2 Tage vor Ende der Ferien.
Die Eltern fanden ihn Abends vor dem Monitor auf der Tischplatte liegen. Die Ärzte fanden bei der äußeren Obduktion keinerlei Anziechen für eine Todeursache, daher erlaubten Mort's Eltern eine Authopsie. Die Ärzte waren sichtlich überrascht als sie mit Mort's Gehirn anfangen wollten, es aber erst nicht fanden. Jetzt fragt man sich, wie man ein Gehirn nicht finden kann. Dafür gibt es im Fall Mort eine leichte Erklärung. Mort's Hirn wurde durch das ganze Zocken kaum noch belastet, es verkümmerte immer mehr. Es vertrocknete sprichwörtlich wie ein Pflaume, denn so sah es auch aus als es die Ärzte vom Beginn des Rückenmarks abkratzten.
Der Pc hatte Mort sprichwörtlich ausgschalten. Hätte Mort den Pc doch bloss öfter ausgeschalten....



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