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Des ist das erste Buch aus der geplanten Kittie Schmidt Reihe, schreib aber momentan nicht weiter. Das Buch hat noch keinen Titel.....viel spass beim Lesen....


Prolog
Langsam steigende Geschwindigkeit. Kaum spürbare Bewegung. Hudnerte Monolithen, reich an kryptischen Verziehrungen, säumen den unsrigen Weg. Die Welt schiebt sich langsam am Fenster vorbei, nur die ständige Vibration des Bodens, dessen meine Füße unter sich spüren, lassen auf eine Bewegung schließen.
Ein Halt. Unbekanntes Fleisch wird geladen. Es gesellt sich zu dem unsrigen, in einer Stahlröhre, gepfercht in Nieschen mit Ausblick auf das Unerereichbare das sich wie zum Hohn so langsam und fast zum Greifen nah an uns vorbei schiebt. Die hier Anwesenden wissen nur im Groben darüber bescheid, wohin sie gebracht werden, aber keinerlei Kenntnis über dass was sie erwarten wird, durchzuckt die Synapsen ihrer Hirne.
Sind sie aus freien Stücken auf diesem Weg oder war der Zwang so enorm, der sie antrieb sich auf so etwas einzulassen?

1. Kapitel
„Ne Platzkarte im ICE nach Prok?! Wat will denn sone Kleene wie du in Prok?“fragte der gut-bürgerlich gekleidete ältere Mann mit einem ziemlich küstlichem Arbeiterdialekt, wie Kittie fand.
Der Mann schien ein unermäßliches Volumen an Frohsinn und Heiterkeit zu besitzen, denn es verging keine Minute in der er nicht irgendeine seiner depperten Bemerkungen mit einem noch dümmeren Lachen bekräftigte. Selbst seine Mundwinkel schinene soweit oben, nahe den Augen, festgetackert zusein, denn Kittie sah ihn nur mit einem solchen Lächeln neben sich sitzen. Er war der typische Scherzkeks, geboren um seine Mitmenschen auf den Sack zu gehen. Genau das war auch, was Kittie in dem Moment durch den Kopf ging, als er zu einem neuen Kalauer Luft jappste.
„Wat is jelb und sieht aus wie'n Bagger?“ Als Kittie ihn nur entnervt anblickte, deutete er diesen Gesichtsausdruck anscheinend als Miene der Unwissenheit, denn kurz darauf prustete er los: „Na'n Bagger!!“
Selbst als Kittie ihre Kopfhörer in ihre Ohren propfte und sich fast mit voller Lautstärke die Musik durch ihre Gehöhrgänge ins Hirn blies, konnte sie sein stupides und dahin bretterndes Gelächter hören. Ihn schien es nicht zustören, dass sie versuchte, auf radikale Art und Weise, die Konversation zu beenden, denn er redete einfach weiter.
Um Ihn endgültig auszublenden, schaute sie der Landschaft zu, wie sie an ihr vorbei flitzte. Nach einer Weile fand sie an dieser hektischen Landschaftsdarbietung keinen Gefallen - zumal ihr auch davon übel wurde – und sie schloß ihre Augen. Sie hatte keine Ahnung wann sie einschlief, aber sie wußte als sie ihr schwatzhafter Nachbar, mit fröhlichem Geplapper und Rütteln an ihrem Arm, weckte, dass sie in Prok war.
Der Blick aus dem Fenster war unvermeidlich. Sie blickte über das Bahngelände und in einen Horizont aus Schornsteinen und Hausriesen, hinter denen die goldrote Sonne gerade aufstieg. Dann sah sie nur noch die Werbetafel irgendeiner Zigarettenmarke vor ihrem Fenster prangern. Sie raffte schnell ihre Sachen zusammen, steckte alles einfach schnell in ihrem Seesack und floß mit der trägen und sich, schlurfend, durch den Gang quetschende Masse in Richtung Ausstieg.
Von einem Hintermann aus dem Abteilausgang gestoßen und durch den Seesack in die Tiefe gezogen, rempelte Kittie mitten in ein älteres Ehepaar. Jeder normal sterbliche und klar denkende Mittelklassemensch, hätte dieses Paar als versnoobt tituliert. Sie war protzig und prunkvoll in einem dicken, hellbraun-roten Fuchspelzmantel gehüllt und ihr Dekolté quoll von goldenen Kettchen mit Diamantanhängern nur so über. Ihr Mann dagegen war schlicht und elegant in einer Art langem Frack gekleidet. Sein Gesicht war regungslos hochnäsig, genauso wie das seiner fetten Frau, das allerdings durch ständiges Offenstehen des Mundes und dem schnaufenden Geräusch wenn sie Luft hohlte, leicht belustigend auf Mitmenschen wirkte.

Als Kittie zuerst von der fetten Frau abprallte, flogen einige der Kettchen durch die Luft und klirrten irgendwo auf den Bahnschinene auf. Kittie wurde wie ein Gummiball von der Frau weg udn gegen den stilistisch korrekten Mann, der im Grunde auch der Butler der fetten Protzfrau gewesen sein könnte. Der Seesack, den Kittie hinter sich her zerrte als sie fiel, knallte auch noch gegen die fette Alte und riß sie auf den Boden des Bahnsteigs. Mit entsetztem Gesicht löste Kittie sich von dem Mann, und schlug dann die Hände vors Gesicht, da sie mit einem anschwellendem Gelächter zukämpfen hatte. Grund dafür war die, hilflosen Bewegungen der Frau, denn sie war scheinbar so fett, dass sie es nicht schaffte, obwohl sie sich auf die Seite rollte, wieder auf die Füße zukommen. Sie zappelte dämlich mit den Beinen und Armen, und rief immer wieder :"Hubert! Hubert! Hilf mir hoch!" Aber Hubert war entweder so entsetzt oder, wie Kittie und die umstehenden Passanten, so belustigt, vom Anblick seiner fetten Frau, wie sie sich auf dem, mit Taubenscheiße und Kaugummis gepflasterten, Bahnsteig wälzte, dass er ihr nicht sofort half. Aber als die pelzige, mit Gold behangene, Seekuh wieder senkrecht in ihrem roten Lackstiefeln stand, merkte Kittie, dass sie ein Weilchen zulang stehen geblieben war. Ein hübsches, volles Rot zierte Wangen, Stirn und Hals der Seekuh. Diverse Adern traten an selbigen Stellen heraus. Ihre vorher so ordentliche hochgesteckte Frisur war nun leicht nach rechts verschoben und man hatte einen guten Blick auf die blanke Kopfhaut, geziert mit einigen vereinzelten flauschigen Häärchen.

Erst holte die fette Frau sehr sehr tief Luft und blaffte dann los "Du kleines verdrecktes Mistbalg, kannst du denn nicht aufpassen? Schau dir an, was du mit meinem teuren Pelzmantel gemacht hast! Der ist dahin!! Hast du überhaupt irgendeine Ahnung wieviel so ein Mantel kostet? So zerfetzt wie du herum streunerst wahrscheinlich nicht. Wie, denkst du, willst du das wieder gut machen?"
In diesem Moment wollte die Frau aus Gewohnheit ein bisschen an ihren Goldkättchen herumnesteln. Aber als ihre Wurstfinger nur über ihre fettige Haut glitten, glitt gleichzeitig auch ihr Bewusstsein in eine andere Geistesebene ab. Vermutlich in irgendeinen Berserkermodus. Ihre Pupilen waren nunmher kaum sichtbar, nur noch kleine Punkte, umrahmt von jeweils einem rosanenm Regenbogenhautring, vermutlich fand sie es chik, sich solche extravaganten Kontaktlinsen über ihre ordinären braunen Augen zuschieben.

Die fette reiche Kuh griff nach Kitties Arm und zerrte das Mädchen zu sich, zog sie zu sich heran und hob sie sogar auf ihre eigene Blickhöhe, um sich nicht bücken zumüssen. Sie schüttelte Kittie und schrie sie mit kurzen Kreischparolen wie "Du hundsgemeine Diebin" oder auch "Schadensersatz!!!!!" an, wobei sie die beiden a's alle 3 Male immer länger zog. Kurz bevor sie total ausser Atem war, erschienen auch schon die Bullen. Ne normale Doppelstreife, aber auch nen Beschäfftigten der Bahnhofssecurity mit sich.

Zuerst riß einer Kittie aus den Oberschenkeldicken Armen der Frau, hielt dann aber Kittie weiter fest, allerdings nur an den Schultern. Der Andere begann die Fette zu beruhigen, in dem er geduldig wartete bis sie aufhörte rum zugeifern und sich der Schaum vor ihrem Maul auflöste. Danach klärte er den Sachverhalt, wobei er zweimal eine längere Pause einlegte, denn in diesen Momenten war die Frau gebeten wurden den Hergang zuschildern und wieder in tollwütiges Gebell ausgebrochen. Der Typ von der Bahnhofssecurity gab unterdessen per Funk an seine Kollegen Bescheid, dass alles wieder im Grünen wäre, sie allerdings schon mal nen Raum für ein ruhiges Gespräch mit den beteiligten Herrschaften, bereit machen sollten.Dorthin verlagerten die 2 Bullen dann auch das Gespräch.

2. Kapitel
So ziemlich in der entlegensten Ecke des Bahnhofs in nem bereitgestellten Raum der Security, saßen, an einem hässlichen Plastiktisch, Kittie, die fette Frau, Hubert und ein andrer Securityfutzie.
Die Seekuh hatte sich zurück gelehnt, die Arme verschrenkt, ne wütende Miene mit verachtenden Blick aufgesetzt und jedesmal wenn sie etwas in Richtugn Kittie grunzte, schwang sie sich nach vorn, fuchtelte kurz mit ihrem rechten Arm und glitt dann sanft wie ein Holzklotz zurück in den Stuhl. Aus unerfindlichen Gründen barst dieser Stuhl bei mehrmaligem Wiederholen diese Bewegungsablaufs der Frau nicht, obwohl gelegentlich ein Quietschen zu vernehmen war.
Kittie blieb allerdings von den ganzen Gebärden unberührt, grinste gelegentlich belustigt, was die Seeuh natürlich als pure Verhöhnung und Provokation empfand und noch heftiger zeterte.

Dann kam einer der 2 Bullen rein udn setzte sich mit an den Tisch. Er fragte die Frau "Haben sie sich entschieden ob sie Klage auf Schadensersatz einreichen wollne oder davon absehen? Ich muss Ihnen jedoch sagen , dass die Schäden nicht wirklich groß sind. Ein paar Löcher im Mantel und sämtliche Schmuckstücke, zwar wieder gefunden, aber eben verdreckt oder leicht beschädigt. Da würden die Verfahrenskosten größer, als die Reperaturkosten sein." Die Reiche überlegte kurz
und sagte dann "Ich verzichte, allerdings fordere ich immernoch Wiedergutmachung von der jungen Dame " "Wie denn? Hab ja kein Geld." meinte Kittie da nur. Im selben Moment grinst die Seekuh auf eine gehässige Art und Weise, die Kittie ganz und gar nicht gefiel. "Du brauchst auch kein Geld, du sollst nur für einige Zeit das Hausmädchen für meine arme Stiefmutter spielen. Nichts weiter." "Was bitte? Ich soll für sie arbeiten? Das könnse knicken, das ich wegen'n paar Löchern in nem Pelzmantel mit Staubwedel und Scheuerlappen durch irgendne Villa spring und für sie putz, damit sie das Geld für die Putze sparen können." Doch die Seekuh grinster weiter so spöttisch, das es Kittie langsam mit der Angst bekam. "Du sollst nicht putzen. Du sollst meine Stiefmutter pflegen. Sie ist alt und kann gewisse Dinge nicht mehr....naja....selber erledigen, wenn du verstehst."
Das Grinsen blieb penetrant gehässig, aber aus irgendeinem Grund strahlte diese Person mit einem Male eine unheimliche Aura aus. Fast als würden ihr gleich Hörner und Flügel wachsen und der Erdboden und der gesammte Raum bersten und Ausblick auf die Fegefeuer und Lavaströme der Hölle offenbaren. Kittie war wie paralysiert. Erst als der polizist sie an der Schulter fasste und sie rief, kam sie wieder zur Besinnung. Sie hatte die ganze Zeit auf das diabolische Grinsen dieser Frau gestarrt, das sie nicht merkte, wie sie angefangen hatte leicht zu nicken.
Plötzlich sprudelte auch ein "Einverstanden" aus ihrem Mund, ohne das sie je die Chance auch nur die Hand vor den Mund zupressen. Was war gerade eben geschehn? Warum hatte sie zugestimmt, obwohl sie es es nicht wollte? Und was war mit dieser Frau los? Sie hatte eine Austrahlung die einem das Blut gerinnen lies und sich einem sämtliche Nasenhaare sträubten. Der Bulle notierte irgendwas und stimmte dann mit einem "Fein, hätten wir das auch geklärt." zu.

Die Frau grinste nicht mehr so extrem als sie sagte "Du fängst nächsten Montag an. Ein gutes Stück außerhalb von Prok liegt eine Villa. Es führt nur eine einizge Straße dorthin, also nicht zu verfehlen. Ich behalte deinen Ausweis, damit du dich nicht ausversehen verläufst." Kittie, wieder im Bann der teuflischen Aura, zog ihren Ausweiß aus der Tasche und reichte ihn der Frau ohne irgendeinen Anflug von Zögerlichkeit.
"Deine Verköstigung ist unsere Sache, dein Wohnort wird in der Villa sein. Also, Montag um 10 sehen wir uns wieder, doer du deinen Ausweiß nicht mehr."
Die Frau stand auf und schrtt zur Tür, Hubert folgte ihr. Scheinbar war seine einzige Aufgabe, dieser Frau hinterher zulaufen, vermutlich war er wirklich nur der Butler. Madame ging, aber Hubert drehte sich noch kurz in der Tür um und sagte, mit einer klaren, kräftigen Stimme "Guten Tag." und ging dann auch.
Kittie hatte keinen Zweifel, das sie dort sein würde, egal ob sie es nicht wollte. Es war im Grunde auch egal, was die Frau von ihr als Pfand nahm, denn diese Frau konnte mit ihr machen was sie wollte, ohne das Kittie etwas dagegen hätte unternehmen können.

3. Kapitel
Die folgenden Tage verbrachte Kittie in ihrem Hotelzimmer. In der Annonce hatte gestanden: "Vermiete kuscheliges Ein-Mann-Zimmer, mit rustikaler Einrichtung, Wasch und Kochgelegenheit für 36 Schekel, kalt." Klang alles nach einem wirklich gtuem Schnäppchen, aber nur slongae man dieses "rustikale" Kleinod noch nicht besichtigt hatte. Kittie hätte es sich auch vor dem Zustimmen ansehen sollen, aber es war immerhin ein dach über dem Kopf, wenn auch an manchen Stellen sehr löchrig.
An den ersten 2 Tagen versuchte Kittie sich zu erinnern, weshalb sie eigentlich nach Prok gekommen war, denn das war ihr seit dem Moment mit der komischen Frau total entfallen. Jedesmal wenn sie dachte ihr würde etwas einfallen, wurde alles um sie Schwarz und sie sah das teuflisch grinsende Gesicht der fetten Frau, bevor auch das wieder verschwand.
Gelegentlich lief sie durch den nahe gelgenen Park, genoss die Wärme der Sonne auf ihrer Haut, die frische Luft in ihren Atemgängen. Nach außenhin wirkte alles friedlich nur wer genauer in Ihre Augen sah, erkannte wie sehr Kittie in ihrem Hirn und Herzen aufgewühlt war. Aber wer sieht, in Zeiten wie diesen, einem anderen Menschen in die Augen, ohne zu befürchten deswegen angemotzt zu werden oder den Blick des Gegenüber ins eigene Gefühls- Und Gedankengut zu riskieren ?!
Kittie gab es irgendwann gänzlich auf nachzudenken. Sie saß meistens apathisch, den Blick an der gegenüberliegenden Wand haftend, auf dem Bett, in ihrem rustikal gestaltetem Hotelzimmer und spürte die schwarze Leere die ihr Blut, dass von ihrem jungen Herzen, durch die Adern ihres Körpers gepumpt wurde, ihren gesamten Geist in Beschlag nahm. Diese Apathie umfasste sie so stark, dass sie gelegnetlich eine der wichtigeren Tagesmahlzeiten ausser Acht lies. In diesen Tagen nahm sie knapp 7 Kg ab.

Der Morgen an dem Kittie zur fetten Frau aufbrach war weder spektakulär, noch anders zu den anderen Morgen zuvor, bis auf dass der Himmel unnatürlich blau schien und, soweit Kittie das zwischen Gebäuden den Himmel sehn konnte, komplett wolkenfrei war. Das einzige Praktische an ihrer Herberge – dass realisierte sie aber scheinbar erst jetzt – war, das hinter ihr ein Berg erhob, dessen Spitze von ewig schwarzen und von Blitzen durch zuckten Wolkenringen gekrönt war. Es war ein sonderbares Bild, ein in dunkle Wolken gehüllter Berg, mitten in einem Himmel des tiefsten Blaues. Gelegentliche Löcher in der Wolkendecke ließen einen wagen Blick auf ein altertümiches Adelshaus zu. Die dessem Anblick, kam Kittie unwillkürlich der Gedanke an das Haus der Adams Familie oder das, eines gewissen blutsaugenden Grafen. Bei diesem Anblick schauderte es ihr, sie war drauf und dran sich umzudrehn und einfach zu gehn. Aber in diesem Moment reagierten ihre Beine nicht mehr auf die Befehle ihres Hirns, aber fingen trotzdem an zu laufen. Allerdings nicht den Berg hinab. Nein, direkt auf das gespenstische Haus zu. Sie fühlte sich, als wäre ihr Oberkörper auf 2 mechanische Stelzen gepropft, deren Kontrolle jemandem, mit einer Fernbedienung in der Hand und einem gehässigen Grinsen der bewussten Macht, oblag. Und Kittie wußte genau, wer dass in diesem Fall war.

4. Kapitel
Eine mächtige schwarze Mauer grenzte die reine - die gute - die mehr oder weniger reale Außenwelt von dem ab, was durch ein massives Stahltor, geziert von eisernen Gryphen und Gargoyls ohne sichtbarem Gesicht, fast wie eine kleine Insel des blanken Wahns schien.
Ein aufbrausender Windstoß klatschte Kittie ein paar Strähnen ihrer, durch den leichten Nieselregen, feuchten Haare mitten ins Gesicht. Sie schob sie mit ihren Zeige- und Mittelfinger zurück hinter ihr linkes Ohr. Doch der Wind gab nicht auf und peitschte ihr, mit jedem neuen Windstoß wieder eine Strähne durchnässter Haare ins Gesicht. Kittie riß langsam die Geduld und packte die Strähne, die sie auf Geheiß des Windes imemr wieder neckte und nervte, und riß den Haarstrang mit einem kräftigen Ruck aus. Erst als sie ihre Haarsträhne in der Hand hielt wurde ihr klar, dass sie es gerade nicht geschafft hatte ihre Wut zubändigen.
Aber war es nicht gerade das gewesen, was sie schon als kleines Mädchen lernen musste?

Kittie war in ihrer Kindheit eine sehr aufbrausende Persönlichkeit. Wenn irh etwas nicht passte, geriet sie, trotz beschwichtigenden Worten ihrer Eltern, leicht in totale Wut und Rage. Meist schmiß und zerstörte sie im Allgemeinen den Hausrat ihrer Eltern.
Mit den Jahren wurde Sie vernünftiger. Die Wutanfälle liesen nach, sie wurde zu einem ruhigen, um nicht zu sagen schweigsam, und folgsamen Kind. Da ihre Eltern bereits jegliche Hoffnung verloren hatten, empfanden sie es als unfassbares Wunder und Ding der Unmöglichkeit. Der Grund für den Wandel war einfac: Eines Tages, Kittie rannte gerade in blindem Hass über den Hof ihrer Eltern. Sie schmiß vielerlei um, das entzog sich allerdings ihrem Wahrnehmungsspektrum. Bis sie ein leises Fiepen ganz in ihrer Nähe vernahm. Sie sah sich um, alle Wut war fort geblasen, an ihrer Stelle durchfloß Angst und Furcht ihr Herz. Als sie über den Hof gerannt war, hatte sie einen Kleiderschrank, den ihr Vater ausbessern wollte, umgeschmißen.
Nahe dem Schrank wurde das Fiepen lauter. Es kam von dem Schrank. Genau genommen drang unter dem Schrank das wehklagende und schmerzerfüllte Fiepen eines hilflosen Tieres hervor. Kittie war nicht nur in Momenten des Zorns mit unglaublicher Kraft bescherrt. Auch in Zeiten der Not konnte sie Kräfte aufbringen, ie für ein Mädchen in ihrem Alter gewiss nicht normal wahren. Sie schleuderte den Schrank mit augenscheinlicher Leichtigkeit fort und entdeckte ihren Hund dort im Staub liegen und winseln. Sein Hinterkörper lag in einer ungewöhnlichen Stellung da, ein Knick quer über den Hinterleib bog den Hinter und die Beine abnatürlich gen Himmel. Der Hund zappelte lediglich mit den Vorderbeinen und dem Kopf, sein Hinterleib blieb ohne Zucken.
Kitties Vater fand sie kurze Zeit später auf dem Hof. Kittie, mit tränennassem und leicht staubigen Gesicht, sowie den Hund ohne jegliche Regung und Anzeichen von Leben.
Ab diesem Moment folgte Kittie immer und zeterte nicht lange rum, wenn sie um etwas gebeten wurde. Sie wollte einfach nicht noch einmal Jemanden wegen ihrer Ausraster weh tuhen.

Wieder vor dem Tor. Kittie hielt immer noch ihren Haarstrang fest, lies aber augenblicklich los und der Wind trug die Haare in einem Windstoß tanzend davon. Sie blickte ihnen nach und wischte sich über ihr linkes Auge hinweg. Im selben Moment öffnete sich das mächtige Stahltor und einer der größeren Gargoyls flog von seinem steinernen Podest neben dem Tor und hieß Kittie doch wohl einzutreten und ihm zufolgen, er würde sie zum Haus geleiten wollen.
Nach einem kurzen Schreckmoment und anfänglichem Zögern folgte sie ihm. Sie ahnte langsam was sie zu erwarten schien, konnte es aber nicht wirklich fassen, geschweige denn ändern. Sie verdrängte diesen Gedanken so schnell wie er gekommen war.
Sie folgte dem steinernen Wesen durch den komplett schwarzen Vorgarten zur Eingangsveranda, wie sie diese älteren amerikanischen Landhäuser haben. Sie stieg die Treppe zu der Veranda empor, als ihr Wegbegeleiter gemächlich auf einem Holzpfosten landete und sofort regungslos wieder als Stein verharrte. Kittie schritt, von Neugier getrieben, auf den, mit schwarzen Eibenholz getäfelten Türen verzierten, Eingang zu. Als sie nach dem Klopfer griff, der einem Katzenkopf ähnelte, teilte dieser mit einer leicht knarzenden Kittie mit, sie würde bereits erwartet. In diesem Moment schwangen die massiven Türen, mit einer Leichtigkeit von Sperrholzplatten, auf. Kittie spürte einen leichten Luftzug an ihrer Wange, der sich aber in wenigen Millisekunden zu einem mächtigen Sog aufbäumte und das Mädchen, ohne Möglichkeit auf Flucht, durch das Eingangsportal ins Innere des Hauses zog. Hinter ihr schlugen die Türflügel, wie als Beweis ihrer Massivität, mit einem lauten Krachen zu. Aber vielleicht wollten sie Kittie nur zeigen, wie sehr sie jetzt in der Falle saß.
Vor ihr erstreckte sich nun die riesige, und vermutlich wegen des Stimmungseffekts, ausschließlich von Kerzenlicht erleuchtete Empfangshalle.



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